Diese Zahl in Euro ist die Grenze für Unternehmensvermögen, ab der die sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung genutzt werden kann. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich eine Regelung im Erbschaftsteuerrecht, die es ermöglicht, auch sehr große Unternehmensvermögen ganz oder teilweise von der Erbschaftsteuer zu verschonen.
Mit der Verschonungsbedarfsprüfung wird geprüft, ob eine Person genug privates Vermögen besitzt, um die Erbschaftsteuer zu bezahlen. Wenn zum Zeitpunkt der Erbschaft das nicht der Fall ist, dann gilt die Person als „bedürftig“ und die Steuer entfällt ganz oder teilweise.
Die Verschonungsbedarfsprüfung ist nur eine von zahlreichen Ausnahmen im deutschen Erbschaftsteuerrecht. Dass diese Ausnahmen bis heute bestehen, ist kein Zufall. Seit Jahren setzen sich wirtschaftlich einflussreiche Interessenverbände für den Erhalt großzügiger Steuerprivilegien ein. Zu den wichtigsten Akteuren gehört die Stiftung Familienunternehmen und Politik. Hinter dem Namen stehen nicht etwa kleine Familienbetriebe, sondern laut Recherchen von Greenpeace insbesondere Konzernriesen wie Lidl, BMW und Co. Allein im vergangenen Jahr hat die Stiftung Familienunternehmen und Politik 2,2 Millionen ausgegeben, um ihre Interessen gegenüber der Politik voranzutreiben.
Mit unserer Kampagne „Ehrensache Erbschaftsteuer“ machen wir auf diese Ungleichbehandlung aufmerksam.
Dass die Lobbyarbeit rund um die Erbschaftsteuer inzwischen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, ist ein wichtiges Signal – und auch unser neuer Kurzfilm und unsere Petition mit schon über 225.000 Unterschriften sowie unsere Aktion beim Tag der Familienunternehmen (siehe oben) tragen aktiv dazu bei. Wenn Tageszeitungen über Veranstaltungen wie den Tag des Familienunternehmens berichten, zeigt das: Die Frage, wer wie viel zum Gemeinwohl beiträgt, ist längst kein Nischenthema mehr. Gleichzeitig verdeutlicht es: Finanzwende wirkt als starke Gegenstimme zur Lobby des großen Geldes. Ein Erfolg, der ohne unsere Unterstützer*innen nicht denkbar wäre. Gemeinsam mit Ihnen kämpfen wir für die Interessen des Gemeinwohls – danke, dass wir Sie dabei an unserer Seite wissen. |