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Liebe Freundinnen und Freunde der Finanzwende,

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manchmal braucht es einen Moment des Innehaltens, um zu sehen, was ein Jahr wirklich geprägt hat. 2025 war ein Jahr, in dem viele Fragen rund um Geld, Macht und Verantwortung noch drängender geworden sind: Wie konsequent geht der Staat gegen milliardenschweren Steuerbetrug vor? Wer schützt Verbraucher*innen vor unfairen Praktiken? Und wer behält den Überblick, wenn globale Finanzmärkte ins Wanken geraten? Die Themen dieses Newsletters zeigen, wie nah diese Fragen beieinanderliegen – und wie sehr sie unseren Alltag betreffen.


Finanzwende arbeitet genau an diesen Schnittstellen. Überparteilich, unabhängig und mit einem breiten Blick auf das Finanzsystem – von Verteilungsfragen über Finanzmarktstabilität bis hin zu Verbraucherschutz und Sustainable Finance. Dass unsere Arbeit wächst und sich weiterentwickelt, zeigt auch der Ausbau unseres Teams im Bereich Steuern, Verteilung und Lobbyismus durch unsere neue Bereichsleitung Kevin Kühnert. Neben ihm sind in diesem Jahr mehr als ein Dutzend weitere Menschen zu Finanzwende dazugestoßen. Menschen, die gerade ihren Abschluss in der Tasche haben, seit vielen Jahren im NGO-Bereich arbeiten oder aus Politik, Fin-Techs oder der Wissenschaft Erfahrung mitbringen. So unterschiedlich diese Wege sind: Uns eint der Wunsch nach einem fairen und gerechten Finanzsystem.


Dass unser Team wachsen kann, ist kein Selbstläufer. Es ist nur möglich, weil viele Menschen – Menschen wie Sie – unsere Arbeit unterstützen und mittragen. Wenn Sie möchten, dass Finanzwende auch weiterhin unabhängig recherchiert, politische Debatten anstößt und konkrete Veränderungen einfordert, freuen wir uns über Ihre Unterstützung.

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In diesem Newsletter blicken wir zurück auf einen eindrucksvollen Abend zu „Cum/Ex, Milliarden und Moral“ in der Berliner Urania, erklären die wachsende Macht von Big Tech im Zahlungsverkehr, berichten über wichtige Erfolge für Riester-Sparer*innen und erklären, wie sich der Alltag von Menschen mit wenig Geld konkret verbessern ließe. Viel Stoff zum Weiterlesen – und ein guter Anlass, zum Jahresende noch einmal zu zeigen, dass Finanzmärkte den Menschen dienen müssen, nicht umgekehrt.

Ihr Team Finanzwende

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Cum/Ex, Milliarden und Moral in der Urania in Berlin

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Knapp 900 Menschen haben sich am 02.12. trotz des kalten und ungemütlichen Wetters abends in Berlin in der Urania zusammengefunden – um das Podiumsgespräch von Anne Brorhilker, Norbert Walter-Borjans, Volker Votsmeier und Kilian Wegner zu verfolgen. Im Zentrum des Abends stand Anne Brorhilkers Buch „Cum/Ex, Milliarden und Moral” und die Frage: Warum tut sich der Staat so schwer, die Cum/Ex-Milliarden zurückzufordern? Für alle, die nicht vor Ort dabei sein konnten, gibt es die Aufzeichnung des Podiumsgesprächs auf YouTube.

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Kevin Kühnert wird Bereichsleiter für Steuern, Verteilung und Lobbyismus

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Die Bürgerbewegung Finanzwende wächst weiter. Mit Kevin Kühnert übernimmt ein erfahrener politischer Kopf die Leitung des Bereichs Steuern, Verteilung und Lobbyismus in der Bürgerbewegung Finanzwende. Finanzwende-Gründer Gerhard Schick kommentiert: „Als ich mit vielen anderen Finanzwende gegründet habe, hätte ich nicht unbedingt erwartet, dass hier mal ein ehemaliger SPD-Generalsekretär arbeitet – gemeinsam mit einer ehemaligen Oberstaatsanwältin und mit sehr vielen anderen engagierten Menschen. Aber eigentlich war genau das immer der Plan: Menschen mit unterschiedlichen Vorgeschichten und Fähigkeiten zusammenzubringen.” Unabhängig und überparteilich.

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Bringt Trump den großen Finanz-Crash?

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Steuern wir auf eine neue Finanzkrise zu? In den USA hat Trump den Deregulierungs-Turbo gezündet. Die Gefahr eines „Trump-Crashs“ wächst – und seine Regierung könnte als verlässlicher Partner in der nächsten Krise ausfallen. Was bedeutet das für Europa? Wie können Anleger*innen vorsorgen, und was können europäische Regierungen dagegen tun? Finanzwende-Experte und Bereichsleiter für Finanzstabilität Michael Peters hat darüber mit unseren ehrenamtlichen Fellows Rainer Voss, Doris Neuberger und Hartmut Walz am 1. Dezember in einem Webseminar gesprochen.

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Kappt die US-Zentralbank die Rettungsleine?

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Swap-Linien der US-Zentralbank (Fed) haben bei der Bewältigung der globalen Finanzkrise und weiterer Krisen wie der COVID-Pandemie eine große Rolle gespielt. Diese wichtige Rettungsleine läuft Gefahr, von der Trump-Regierung gekappt zu werden. Warum der Erhalt der Rettungsleine wichtig ist und was wir dafür tun können, damit sie erhalten bleibt, erklärt Finanzwende-Fellow Doris Neuberger im Finanzwende-Recherche Blogbeitrag.

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Unterschriftenübergabe Cum/Cum-Petition

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Geschätzte 28,5 Milliarden Euro sind dem Staat durch Cum/Cum-Geschäfte gestohlen worden – Geld, das nur mittels der entsprechenden Belege zurückgeholt werden kann. Damit die Aufbewahrungsfristen wieder hochgesetzt werden, haben wir Druck gemacht. Und mit uns über 300.000 Unterstützer*innen, die unsere Petition „Cum/Cum-Milliarden: Zeit ist noch kein Steuergeld“ bereits unterzeichnet haben. Die bisherigen Unterschriften haben wir am 17. Dezember im Bundesministerium der Finanzen an den Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger übergeben (siehe oben).

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Bundesgerichtshof: Allianz hat Riester-Kund*innen benachteiligt

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Dürfen Versicherer die Rentenansprüche ihrer Riester-Kund*innen einseitig kürzen? Nein, hat der Bundesgerichtshof nun im Fall der Allianz entschieden. Deren Klausel zur Rentenkürzung ist unwirksam, weil sie nicht gleichzeitig auch Verbesserungen für Kund*innen vorsieht. Das höchstrichterliche Urteil (Az. IV ZR 34/25) strahlt auf Verträge mehrerer Versicherer aus, die Rentenansprüche nachträglich kappten. Finanzwende streitet schon seit Jahren in einem ähnlichen Fall gegen einseitige Rentenkürzungen der Zurich Deutscher Herold. Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gehen wir derzeit am Oberlandesgericht Köln dagegen vor.

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Wie sich der Alltag von Millionen von Menschen verbessern ließe

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Über Geld spricht man in Deutschland nicht. Und doch gibt es in Deutschland Millionen von Menschen, die tagtäglich von Nachteilen am Finanzmarkt betroffen sind – das war das Ergebnis der Finanzwende-Recherche Studie „Der Armutsnachteil“. Doch was müsste konkret passieren, damit finanzschwächere Menschen an den Finanzmärkten nicht zusätzlich benachteiligt werden? Im neuen Blogbeitrag der Finanzwende-Recherche werden fünf Vorschläge vorgestellt, die einen konkreten Diskussionsbeitrag liefern, wie sich der Alltag von Menschen mit wenig Geld verbessern ließe.

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Standpunkt: Riester-Reform – so wird das nix

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Die Bundesregierung will die Riester-Rente reformieren. Die bisherigen Angebote zur geförderten privaten Altersvorsorge sind kompliziert, teuer und renditeschwach. Das schlägt sich seit Jahren in sinkenden Zahlen derjenigen nieder, die mitmachen wollen. Das Vertrauen ist weg. Warum der Referentenentwurf an den Kernproblemen der Verbraucher*innen kaum etwas ändern wird und wie eine Lösung aussehen könnte, erläutert Verbraucherschutz-Expertin Britta Langenberg in ihrem Standpunkt.

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Zum Standpunkt
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  • NDR: Juristin und Autorin Anne Brorhilker auf dem Roten Sofa (TV-Sendung)
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  • Tagesspiegel: Effektives Gegengewicht der Finanzlobby: Ex-SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat einen neuen Job
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  • Deutschlandfunk: Steigende Bodenpreise. Wenn der Boden zum Luxus wird
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  • Frankfurter Rundschau: Ex-Oberstaatsanwältin kritisiert Finanz-Elite: Ganze Branche, die sich„an unseren Steuergeldern vergreift"
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  • OMR Podcast: Wie der Staat beim größter Steuerraub versagt: Anne Brorhilker
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  • Deutschlandfunk: Anne Brorhilker: „Cum/Ex, Milliarden und Moral“
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  • choices: Je größer das Vermögen, desto geringer der Steuersatz
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  • Süddeutsche Zeitung: Wie die Finanzlobby um eine Versicherung kämpft
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  • Stern: Neuer Job für Kevin Kühnert – das will die "Bürgerbewegung Finanzwende"
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  • Wirtschaftswoche: Über die Grenze ist es nur ein Klick–es sei denn, Sie sind Steuerfahnder
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  • Bild: Neuer Job für Ex-SPD-General: Kevin Kühnert wird Finanz-Fuchs
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  • Frankfurter Rundschau: Digitaler Zahlungsverkehr: US-Konzerne gefährden europäische Souveränität
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  • Markus Lanz: Sendung vom 11. Dezember 2025 (mit Kevin Kühnert)
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Leitung Finanzkriminalität (w/d/m)
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Rechtsreferendar*in (w/d/m)
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So viel in Euro hätten Banken und Fonds und andere Unternehmen durch das Schreddergesetz pro Jahr eingespart. Hinter dem Schredderparagraph im Bürokratieentlastungsgesetz IV verbarg sich genau diese Summe: 12 Euro jährliche Einsparung an Serverkosten. Mit diesem Argument sollte die Verkürzung der Aufbewahrungsfristen für wichtige Dokumente, die eine Beteiligung an Cum/Cum-Geschäften beweisen können, begründet werden. Von „erheblichen Einsparungen“ konnte bei genauerem Hinsehen also keine Rede sein.


Trotzdem wurde das Gesetz 2024 verabschiedet – und löste breite Kritik aus. Denn die geplante Verkürzung der Aufbewahrungsfristen von zehn auf acht Jahre hätte bedeutet, dass mögliche Beweise für Cum/Cum-Geschäfte bereits ab dem 1. Januar 2026 hätten vernichtet werden dürfen. Für die Aufklärung der Geschäfte und die Rückholung gestohlener Steuermilliarden wäre das ein massiver Rückschritt gewesen.


Mit unserer Petition haben wir ab Ende 2024 Druck gemacht. Mehr als 300.000 Unterstützer*innen haben dazu beigetragen, dass ein Etappensieg möglich wurde: Die (Wieder-)Verlängerung der Aufbewahrungsfristen wurde in das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung aufgenommen, das der Bundestag Mitte November beschlossen hat. Am 19. Dezember folgte nun die letzte Hürde: die Zustimmung des Bundesrats. Damit ist klar: Mögliche Cum/Cum-Beweise wie Buchungsbelege und Rechnungen müssen von Banken, Fonds und Versicherungen weiterhin mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden!


Dieser Erfolg zeigt, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam Druck aufbauen und nicht locker lassen. Die Verlängerung der Aufbewahrungsfristen ist kein kleiner Verwaltungsakt, sondern eine zentrale Voraussetzung dafür, Cum/Cum-Geschäfte zu entdecken und verlorene Steuermilliarden zurückzuholen. Doch klar ist auch: Zeit ist noch kein Steuergeld! Die Finanzlobby wird weiter versuchen, an entscheidenden Stellschrauben zu drehen. Genau deshalb braucht es eine starke, wachsende Gegenkraft aus der Zivilgesellschaft. 2026 werden wir weiter dafür kämpfen, dass die Cum/Cum-Milliarden endlich zurückgeholt werden – und freuen uns, Sie dabei an unserer Seite zu wissen!

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Bürgerbewegung Finanzwende e. V.
Motzstraße 32, 10777 Berlin
+49 (0)30 - 208 370 80
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