Restschuldversicherung

25.10.2018

Eine Restschuldversicherung soll vor den Folgen eines Kreditausfalls in Folge bestimmter unvorhersehbarer Ereignisse wie Tod oder Arbeitslosigkeit schützen. Das nutzt zum einen dem Kreditnehmer, wenn er eine Immobilie auch bei solchen Schicksalsschlägen halten kann. Das nutzt zum anderen der Bank, wenn eine Versicherung im Fall von Zahlungsschwierigkeiten des Kunden einspringt, weil die Bank andernfalls eventuell Zahlungsausfälle erleiden würde. Nach Angaben einer Studie für den Bankenfachverband wird jeder dritte Ratenkredite mit einer solchen Versicherung abgeschlossen. Laut der Aufsichtsbehörde BaFin gibt es bis zu 8,2 Millionen Personen, die eine solche Versicherung haben. Je nach Ausgestaltung wird das Risiko abgesichert, dass der Kreditnehmer beispielsweise aufgrund von Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Tod den Kredit nicht zurückzahlen kann. Eine solche Versicherung ist nicht per se schlecht.

Doch es gibt verschiedene Probleme bei vielen dieser Versicherungen im Kontext von Konsumentenkrediten. Durch eine solche Versicherung kann sich die Kreditsumme bei einem Kredit deutlich erhöhen. Ein konkretes Beispiel: Bei einer Kreditsumme von 10.000 Euro erhöht die Versicherung die Kreditsumme um 33%. Da diese zusätzlichen 3.300 Euro auch noch verzinst werden, betragen die Kosten für eine solche Versicherung bei einer siebenjährigen Kreditlaufzeit fast 5.000 Euro, also in diesem Fall 50 Prozent der ursprünglichen Kreditsumme!

Banken verdienen sehr viel Geld durch die Provisionen, die sie für einen Abschluss erhalten. In einer Studie der Aufsichtsbehörde BaFin wurde festgehalten, dass die Banken nicht nur die Zinsen für die Finanzierung der Versicherung kassieren, sondern bei fast zwei Dritteln aller Institute, die Restschuldversicherungen vertreiben, die Hälfte oder mehr der Versicherungsprämie. Das bedeutet, dass 50 Prozent oder mehr von dem Geld, das ich als Versicherungsprämie zahle, von vorneherein nicht in meinen Schutz fließt, sondern dirket in den Vertrieb und damit an die Bank. In einigen Fällen ist die Restschuldversicherung allerdings nicht nur teuer, sondern komplett überflüssig, weil die Versicherten schon auf andere Weise gegen das Risiko abgesichert sind. Und es gibt viele Ausnahmeregelgungen, sodass die Versicherung nicht greift, wenn es eigentlich erwartet wird. Die Restschuldversicherung ist in solchen Fällen sinnbildlich für die Problematik, die durch Provisionen entsteht: Es geht nicht um eine gute Beratung, sondern um Verkaufe. Deshalb machen wir uns für eine Beratung ohne Interessenkonflikte durch Provisionen stark.