Prämiensparen

Sparkassen: Zahlt die Zinsen!

28.01.2022
Prämiensparen: kaputtes Sparschwein und Hammer
  • Über Jahre haben zahlreiche Sparkassen bei Prämiensparverträgen die Zinsen für ihre Kunden falsch berechnet. Der Bundesgerichtshof hat bereits im vergangenen Jahr das Agieren einiger Sparkassen für rechtswidrig erklärt.
  • Bisher setzen viele der Institute auf den Faktor Zeit und hoffen, dass die Kundenansprüche verjähren.
  • In einem Bündnis fordern Bürgerbewegung Finanzwende, der Geldratgeber Finanztip und die Verbraucherzentrale Sachsen: Zahlt die Zinsen!

Schon Kindern wird gesagt: „Fehler können passieren. Aber übernimm Verantwortung für Dein Handeln.“ Doch leider ist es mit solchen Eingeständnissen im Finanzsektor oft nicht weit her. Gerade wenn es um öffentlich-rechtliche Sparkassen geht, sollte man eigentlich ein anderes Agieren erwarten dürfen.

Seit geraumer Zeit wird diese Erwartungshaltung oft enttäuscht. Beim Thema Prämiensparen und falsch berechnete Zinsen verspielen Sparkassen viel Vertrauen. Sie schaden Tausenden Verbrauchern, die ein Anrecht auf ihre Zinsen haben. Deshalb macht Finanzwende in einem Bündnis mit dem Geldratgeber Finanztip und der Verbraucherzentrale Sachsen weiter Druck.

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Wie es dazu kommen konnte

Eigentlich gibt es bereits seit 2004 höchstrichterliche Anforderungen an Banken und Sparkassen, wenn es um Zinsänderungen geht. Doch zahlreiche Institute kamen diesen nicht nach. So sprach ein Richter am Bundesgerichtshof 2021 davon, dass sich die Sparkasse Leipzig „das Recht zur Änderung nach Gutsherrenart durch Aushang im Schalterraum“ genommen habe. Klarer geht es kaum.

Die Folgen durch das fehlerhafte Agieren von Sparkassen sind enorm. Laut Berechnungen von Verbraucherschützern entgingen Kundinnen und Kunden oft mehrere Tausend Euro Zinsen. Deutschlandweit sind institutsübergreifend nach Angaben der Finanzaufsicht BaFin wohl rund eine Million Verträge betroffen.

Obwohl es seit 2021 drei neue Richtersprüche aus Karlsruhe gibt, die die Sparkassen in die Schranken wiesen, läuft es für Sparende aber immer noch nicht rund. Denn ein Urteil des Bundesgerichtshofs hat nicht zwangsläufig Folgen für alle Betroffenen. Wie bei zu Unrecht erhobenen Bankgebühren müssen entweder die Kunden aktiv werden (soweit die Ansprüche nicht bereits verjährt sind und sie von ihren Rechten wissen). Oder die Institute übernehmen selbst Verantwortung für ihre Fehler aus der Vergangenheit – und wetzen die Scharte aus.

Was nun passieren muss

Das wäre bei einer so kritischen Thematik wie Zinsberechnungen eigentlich dringend nötig, auch um das Vertrauen in alle Sparkassen nicht weiter zu schädigen. Stattdessen setzen wohl zahlreiche Institute darauf, dass mit der Zeit die Anleger entweder versterben oder deren Ansprüche verjähren. Selbst Politikerinnen und Politiker in den Verwaltungsräten der betroffenen Sparkassen begehren bisher nicht gegen dieses dreiste Vorgehen auf. Wir wollen die Sparkassen damit nicht länger davonkommen lassen!

Die Kunden haben ein Recht auf ihre Zinsen. Sie sollten nicht die Bilanz der Institute aufbessern müssen. Die Sparkassen müssen aus unserer Sicht endlich Verantwortung übernehmen. Wir fordern sie dazu auf, auf alle Sparenden mit einem Prämiensparvertrag zuzugehen. In der Folge sollen alle Kundinnen und Kunden, die berechtigte Ansprüche auf Zinsnachzahlungen haben, die ihnen zustehenden Zinsen erhalten. Bei der Nachzahlung darf auch die Frage der Verjährung keine Rolle spielen.

Bei fehlerhaften Zinsberechnungen sollte es nicht um taktische Spielchen gehen, nur um einen möglichst hohen Gewinn einzufahren. Hier geht es um das Grundvertrauen in das Bankwesen. Die Verantwortungslosigkeit der betroffenen Sparkassen muss der Vergangenheit angehören. Dafür machen wir uns unter anderem mit einer gemeinsamen Unterschriftenaktion stark und bauen dabei auf Ihre Unterstützung.

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