Positionspapier Verbraucherallianz: Stoppt die Riester-Rente!

Forderungen der Verbraucherallianz aus BdV, vzbv und Finanzwende zum Neustart der privaten Altersvorsorge anlässlich der anstehenden Bundestagswahl

11.05.2021
Schriftzug "Stoppt die Riester-Rente sonst sehen wir alt aus", darunter von links nach rechts Baerbock, Scholz und Laschet, 20 Jahre älter aussehend als normal

Die Riester-Rente ist zu teuer, zu renditeschwach und zu ineffizient. Daran haben unzählige Reformen über die vergangenen zwanzig Jahre nichts geändert. Klar ist: Die Probleme der Riester-Rente lassen sich nicht wegreformieren.

Die Riester-Rente ist am Ende

Riester-Produkte wie Versicherungen, Sparpläne oder Bausparverträge wurden vor 20 Jahren eingeführt und werden seitdem staatlich gefördert. Doch die Riester-Rente hat vor allem Versicherern, Banken und dem Vertrieb genutzt. Für Verbraucherinnen und Verbraucher geht die Rechnung nicht auf: zu wenig Rendite, zu hohe Kosten, zu geringe Vorsorge fürs Alter. Millionen Sparern droht ein böses Erwachen bei Renteneintritt, wenn die Vorsorge nicht ausreichend war.

Die Verbraucherallianz aus BdV, vzbv und Finanzwende fordert deshalb: Schluss mit der Riester-Rente!

  • Die Riester-Rente ist zu teuer. Viele Angebote sind mit zu hohen Gebühren belastet. Bei einer durchschnittlichen Riester-Versicherung fließt nahezu jeder vierte eingezahlte Euro in die Kosten, ergab eine Finanzwende-Studie.
  • Riester-Renten sind in der Regel zu renditeschwach. Häufig werfen Riester-Sparverträge deutlich weniger ab, als ursprünglich von der Bundesregierung angenommen. Hinzu kommen nachteilige Annahmen zur Lebenserwartung. Die Folge sind geringe Renten aus der privaten Vorsorge.
  • Die Riester-Rente ist ineffizient. Trotz milliardenschwerer staatlicher Förderung bleibt nicht genug für die Vorsorge von Verbrauchern hängen. Viel zu viel Fördergeld kommt den Anbietern und Vertrieben zugute, nicht aber den Sparern.

Forderungen der Verbraucherallianz zur Bundestagswahl

Die drei Organisationen bilden eine Verbraucherallianz und fordern die Kanzlerkandidaten auf, direkt zu Beginn der neuen Legislaturperiode die Riester-Rente zu beenden. Die private Altersvorsorge braucht einen Neuanfang, bevor es für viele Menschen zu spät ist.

  • Klarer Schlussstrich: Die Riester-Rente muss beendet werden. Dafür braucht es ein klares und unmissverständliches Bekenntnis der Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl.
  • Neues Qualitätsversprechen: Für eine echte Altersvorsorge müssen sich die Parteien für eine günstige und einfache Zusatzvorsorge stark machen. Die Organisationen der Verbraucherallianz treten für die Einführung eines öffentlich organisierten Vorsorgeangebots ein.
  • Unbedingter Vertrauensschutz: Laufende Riester-Verträge müssen Vertrauensschutz genießen und weiter wie bisher gefördert werden. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen auf eigenen Wunsch und kostenfrei aus einem Riester-Vertrag in das neue System wechseln können.

Zur Verbraucherallianz

Der Bund der Versicherten, die Bürgerbewegung Finanzwende und der Verbraucherzentrale Bundesverband haben sich im Mai 2021 zur Verbraucherallianz zusammengeschlossen, um die Riester-Rente zu stoppen und die Politik zu einem echten Neuanfang zu bewegen. Die Partner im Einzelnen:

Bund der Versicherten

Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) setzt sich seit knapp 40 Jahre als gemeinnütziger Verein für die Interessen der Versicherten ein - er vertritt also die Rechte aller Versicherten gegenüber Politik, Staat und Versicherungslobby. Der BdV finanziert sich über die Beiträge seiner mehr als 45.000 Mitglieder, erhält keine öffentlichen Zuwendungen und kann sich daher vollkommen unabhängig von politischer Einflussnahme für alle Versicherten einsetzen. Zudem bietet er seinen Mitgliedern die Möglichkeit, sich zu allen Fragen rund um die privaten Versicherungen beraten zu lassen.

Kontakt: Bund der Versicherten e. V., Gasstr. 18 Haus 4, 22761 Hamburg; presse@bundderversicherten.de

Bürgerbewegung Finanzwende

Finanzwende versteht sich als eine unabhängige Interessenvertretung von und für Bürgerinnen und Bürger. Durch Kampagnen und kritische Recherchen kämpft sie für ein gemeinsames Ziel: die Finanzwende – damit die Finanzwirtschaft den Menschen dient.

Kontakt: Bürgerbewegung Finanzwende e. V., Motzstraße 32, 10777 Berlin; info@finanzwende.de

Verbraucherzentrale Bundesverband

Als Dachverband der 16 Verbraucherzentralen und 27 weiterer verbraucherpolitischer Verbände bündelt der vzbv die Kräfte für einen starken Verbraucherschutz in Deutschland. Wir streiten für starke Verbraucherrechte, faire Märkte sowie unbedenkliche Produkte und Dienstleistungen.

Kontakt: Verbraucherzentrale Bundesverband e. V., Rudi-Dutschke-Straße 17, 10969 Berlin; presse@vzbv.de

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