Verbraucherschutz

12.06.2020

Verbraucher sind gegenüber Herstellern und Dienstleitern oftmals strukturell unterlegen. Ihnen fehlt es an Fachwissen, Informationen und Ressourcen, um sich adäquat zu beschützen. Damit die Kräfteverhältnisse wiederhergestellt werden, braucht es effektiven Verbraucherschutz.

Dies gilt besonders im Finanzbereich. Meist geht um komplexe und risikoreiche Produkte, die vom durchschnittlichen Verbraucher schwer zu durchschauen sind. Selten haben sie außerdem die Ressourcen, um Ihre Interessen adäquat zu verteidigen, sehen sie sich doch meist mit finanzstarken Gegenspielern konfrontiert.

Finanzwende möchte diese Verbraucher schützen.

Wir setzen uns zum Beispiel für ein kundenorientierte Finanzberatung ohne Provisionsverkäufe ein. Provisionen, die den Verkauf von Produkten belohnen, setzen falsche Anreize und führen immer wieder dazu, dass Verbraucher nicht die Produkte kaufen, die gut für sie sind, sondern solche, die wegen hoher Provisionen gut für den Vermittler sind. Wir fordern einen Schlussstrich unter den Provisionsverkauf zu ziehen und stattdessen auf eine Beratung zu setzen, welche konsequent die Interessen der Anlegerinnen und Anleger an erste Stelle stellt. In "Achtung Kreditfalle!“ haben wir zudem speziell die Ratenkredite in Deutschland unter die Lupe genommen. Hier enthüllt eine von uns in Auftrag gegebene Studie massive Probleme bei Kreditvergaben und Verkaufsgesprächen.

Ähnlich sieht es im Bereich Inkasso aus. Fast sechs Millionen Menschen erhielten schon Inkassobriefe. Immer wieder sehen sich Verbraucher jedoch mit überteuertem und unseriösem Inkasso konfrontiert. Am Beispiel der Otto Gruppe und seiner Inkasso-Tochter EOS zeigen wir, dass selbst renommierte Unternehmen mit fragwürdigen Inkasso-Praktiken arbeiten. So viel sei gesagt: mit dem ehrbaren Kaufmann zu Hamburg hat EOS nicht mehr viel am Hut.

Im Interesse der Verbraucher fordern wir außerdem ein Verbot der Facebook-Währung Libra. Zwar sehen viele Politiker und Finanzaufseher die Risiken. Doch warnen und ein bisschen regulieren reicht nicht. Wenn Libra erst einmal eingeführt ist, geht Facebooks Strategie auf, schnell Fakten zu schaffen und dadurch seine Macht immer weiter zu vergrößern – getreu seinem Gründungsmotto: „Move fast and Break Things“.