Hohe Profite mit der Pflege

Neuer Bericht über Private-Equity-Investoren in der Pflege

14.10.2021
Bericht Private-Equity-Investoren in der Pflege
  • Zunehmend stecken Finanzinvestoren ihr Geld in den Pflegesektor.
  • Ein Bericht von Finanzwende Recherche zeigt auf, mit welchen Tricks Private-Equity-Firmen Geld aus dem Pflegebereich ziehen.
  • Die Politik sollte dem Treiben dieser Finanzakteure im Gesundheitsbereich nicht länger tatenlos zusehen.

Die Pflege alter Menschen steht immer wieder im Mittelpunkt von Berichten. In diesen ist die Rede von schlechten Zuständen und der Unterbesetzung beim Personal. Die Strukturen hinter diesen massiven Problemen werden dagegen selten beleuchtet. Finanzwende Recherche hat dies zum Anlass genommen, einmal genauer das Agieren bestimmter Investoren zu untersuchen.

Der Bericht legt nahe, dass es bei Beteiligung von Private-Equity-Investoren massive Probleme gibt, denen die Politik nicht länger tatenlos zuschauen sollte. So wird der Kauf von Pflegeheimketten mit einer hohen Schuldenaufnahme finanziert. Anschließend werden diese Schulden dann immer wieder auf die Ketten übertragen. Dadurch entsteht noch mehr Druck, Gewinne zu erzielen. Zudem kassieren die Investoren teils zweistellige Zinssätze von den Pflegeheimketten, wenn sie diesen Kredite gewähren. Diese Zinslast kann die langfristige Existenz von Pflegeheimen bedrohen. Und regelmäßig nutzen die Private-Equity-Firmen Konstrukte in Schattenfinanzzentren wie Luxemburg oder Jersey, vermutlich um Steuern zu vermeiden. Auf diese Art und Weise rückt der Gewinn immer mehr in den Vordergrund und das Wohl der Pflegebedürftigen in den Hintergrund. Dieser Trend muss gestoppt werden.

Eine Schätzung aus Großbritannien kommt zu dem Schluss, dass etwa 10 Prozent der Gelder von Patienten und Co. in den Taschen von Finanzinvestoren versickert und damit aus dem Pflegesystem abfließen. Eine enorme Summe, die wir uns nicht länger leisten sollten.

 Am Ende bleiben hier unweigerlich die Fragen: Ist die Pflege ein Bereich, in dem so renditegetriebene Geldgeber aktiv sein sollten? Oder schadet die Entwicklung nicht viel mehr der Pflegequalität und der Finanzierung unseres Pflegesystems, sodass man reagieren sollte?

Tatenlosigkeit ist an dieser Stelle auf jeden Fall die falsche Antwort!