Kapitalpuffer für Banken kommt zu spät

Finanzwende-Stellungnahme zur Kapitalausstattung von Banken bei BaFin eingereicht

02.07.2019

In einer Stellungnahme zum Vorschlag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), den antizyklischen Kapitalpuffer auf 0,25 Prozent zu erhöhen, fordert Finanzwende, die Einführung des Puffers vorzuziehen. Außerdem kritisieren wir die zu geringen (Kapital-) Anforderungen im besonders riskanten Immobilienbereich sowie die grundsätzlich zu geringe Kapitalausstattung von Finanzinstituen.

Die mangelhafte Kapitalausstattung vieler Akteure am Finanzmarkt ist einer unserer zentralen Kritikpunkte am gegenwärtigen System. Wer mit ausreichend eigenen Geldern in der Verantwortung steht, wird sich genau überlegen, besonders riskante Geschäfte abzuschließen. Zudem würde das Geld des Kapitalpuffers speziell bei einer Schieflage zum Einsatz kommen, sodass Schäden für den Staat und die Steuerzahler*innen mindestens verringert werden könnten.

In der aktuellen Maßnahme schlägt die BaFin vor, dass ein antizyklischer Kapitalpuffer von 0,25 Prozent bis 01.07.2020 gebildet werden soll. Damit sollen bei einer Verschlechterung der Konjunktur Verluste der Banken beispielsweise durch Kreditausfälle abgefedert werden können. In unserer Stellungnahme machen wir unter anderem deutlich, dass

  • die Einführung dieses Puffers aufgrund der schon jetzt spürbaren konjunkturellen Abkühlung viel zu spät kommt und vorzuziehen ist,
  • die (Kapital-) Anforderungen gerade auch im Immobilienbereich erhöht werden müssen, da hier besondere Risiken schlummern und
  • grundsätzlich die Kapitalausstattung deutlich verbessert werden muss.

Leider hat die BaFin wenige Tage nach der Abgabe unserer Stellungnahme die Maßnahme so beschlossen, wie von ihr ursprünglich vorgesehen. Wir werden aber weiter am Ball bleiben und auf Verbesserungen in der Zukunft drängen.

Hier finden Sie die gesamte Stellungnahme.

Text wurde zuletzt am 3.7.2019 editiert.