Tätigkeitsbericht 2019

Die Finanzen der Finanzwende 2019

24.06.2019

Die Bürgerinitiative Finanzwende ist ein gemeinnütziger Verein. Um unabhängig agieren zu können, verzichtet die Bürgerbewegung Finanzwende auf staatliche Gelder und finanziert sich aus den Beiträgen der Mitglieder, Spenden sowie Förderungen gemeinnütziger Organisationen.

Die Bürgerbewegung Finanzwende e.V. will sicherstellen, dass keine anderen Interessen als die der Bürgerinnen und Bürger die Arbeit beeinflussen. Deshalb lehnt Finanzwende staatliche Gelder grundsätzlich ab.  Auch Spenden aus der Finanzindustrie und von größeren Unternehmen der zugehörigen Branchen lehnt die Finanzwende ab. Alle Großspenden ab einem Betrag von 10.001 Euro im Jahr (von Unternehmen oder Einzelpersonen) werden dahingehen überprüft, ob ein Zusammenhang und damit ein Interessenkonflikt zu den genannten Bereichen besteht. Grundsätzlich werden alle Großspender (ab 10.001 Euro) auf der Finanzwende-Homepage namentlich genannt.

Einnahmen im Jahr 2019

Ende 2019 hatte der Verein rund 2.100 Mitglieder. Die Mitgliedsbeiträge machten 2019 bereits 31% der Gesamteinnahmen aus (2018: 12% der Gesamteinnahmen). Langfristig will sich die die Bürgerbewegung Finanzwende e. V. ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanzieren, um unabhängig für die Bürgerinnen und Bürger gegen die Finanzlobby vorgehen zu können.

Zuwendungen, die 10.001 Euro oder mehr betrugen, bekam die Bürgerbewegung Finanzwende e. V. von:

European Climate Foundation

Hans-Böckler-Stiftung

oekom Stiftung Finanzwende gGmbH

Olin gGmbH

Schöpflin Stiftung

Zur Finanzierung eines im Jahr 2020 beginnenden Projekts haben wir zudem eine Fördervereinbarung mit Partners For A New Economy geschlossen.

Es gab keine individuellen Zuwendungen über 10.001 Euro an den Verein.

Ausgaben im Jahr 2019

Prüfung

Das erste vollständige Geschäftsjahr 2019 der Bürgerbewegung Finanzwende e. V. wurde durch eine Wirtschaftsprüfung testiert.

Kampagnen

Die Kampagnenarbeit ist das Herzstück der Finanzwende und soll satzungsgemäß Bürgerinnen und Bürger informieren und politisch bilden, sowie Missstände aufzudecken und zu kommunizieren. Im ersten vollständigen Geschäftsjahr der Bürgerbewegung Finanzwende e. V. wurden insgesamt sechs Kampagnen bzw. Projekte gestartet und durchgeführt.

Die Kampagne und die zugrundliegende Studie „Achtung Kreditfalle!“ war die erste Aktion im Februar 2019 und hatte vor allem ein großes Medien-Echo.

Die Petition zu „Solidarität mit Eckarth Seith“ wurde von rund 18.000 Menschen unterzeichnet, um einem Aufklärer rund um Cum-ex-Geschäfte eine angemessene öffentliche Wahrnehmung zu geben.

Im Juli 2019 folgte der Start der Kampagne „No Libra - Facebooks Währung stoppen!“. Über 80.000 schlossen sich unserem Appell an und auch die mediale Wirkung war breit gestreut.

Zwei Monate später nahmen wir uns der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (kurz: VBLDie Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) ist eine vom Bund und den Ländern – mit Ausnahme von Hamburg und dem Saarland – getragene Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie verwaltet die betriebliche Altersvorsorge der Angestellten des Öffentlichen Dienstes, wie etwa Erziehern, Pflegern, Fluglotsen, Müllwerkern.) an und fragten unsVBLDie Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) ist eine vom Bund und den Ländern – mit Ausnahme von Hamburg und dem Saarland – getragene Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie verwaltet die betriebliche Altersvorsorge der Angestellten des Öffentlichen Dienstes, wie etwa Erziehern, Pflegern, Fluglotsen, Müllwerkern. for Future?“. Wir riefen dazu auf, Protestmails zu schreiben und eine transparentere und nachhaltige Anlage der von der VBLDie Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) ist eine vom Bund und den Ländern – mit Ausnahme von Hamburg und dem Saarland – getragene Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie verwaltet die betriebliche Altersvorsorge der Angestellten des Öffentlichen Dienstes, wie etwa Erziehern, Pflegern, Fluglotsen, Müllwerkern. verwalteten Gelder.

Im November 2019 erschien die „Akte BaFin“ und attestierte der Bankenaufsicht, dass sie zu mutlos, zu langsam und zu formal ist. Die Veröffentlichung fand großen Anklang in der Öffentlichkeit.

Kurz vor Jahresende forderten wir „Keine weiteren Steuergelder zur Bankenrettung!“  und zeigten deutlich mit unserer Aktion in Hannover, dass die Nord/LB Gelder verbrennt.

Insgesamt wurden 2019 490.364,19 Euro für Kampagnen aufgewandt, dies entspricht 62% der Gesamtausgaben (2018: 63% der Gesamtausgaben). Zu den Kosten zählen alle kampagnenbezogenen Ausgaben, Investitionen für Infrastruktur und anteilige Gehaltszahlungen.

Öffentlichkeitsarbeit

Die mediale Aufmerksamkeit nimmt stetig zu. Auftritte und Beiträge in Print, TV und Radio geben uns einerseits die Möglichkeit, unsere Forderungen zu platzieren und andererseits Finanzwende bekannt zu machen. So erreichen wir potenzielle Unterstützerinnen und Mitglieder. Eine Übersicht über Finanzwende in den Medien ist hier einsehbar. Auch die Follower- und Likes-Zahlen in den sozialen Medien haben rasant zugenommen und wachsen weiter stark. Neben Facebook und Twitter sind wir nun auch auf dem Videoportal YouTube aktiv. Mit der „Finanzschelle“ erklären wir komplexe Finanzsachverhalte verständlich auch für Laien. Die Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit betrugen 2019 213.459,44 Euro (27% der Gesamtkosten).

Fundraising

Als gemeinnütziger Verein, der staatliche Unterstützung ablehnt, ist die Bürgerbewegung Finanzwende auf finanzielle Förderinnen angewiesen. Für Fundraising wurden im Jahr 2019 26.069,59 Euro (3% der Gesamtkosten) ausgegeben. Um eine solide finanzielle und unabhängige Basis für die Zukunft zu schaffen, wird im nächsten Jahr dieser Bereich der Vereinsarbeit ausgeweitet werden.

Verwaltung

Eine gut funktionierende Verwaltung ist wichtig, um den dynamischen Wachstum unseres Vereins zu organisieren. Trotz dessen soll der Fokus auf der inhaltlichen Arbeit liegen und daher streben wir eine möglichst effiziente Administration an. Besonders im Blick haben wir dabei transparente Arbeitsabläufe und ein sich wohlfühlendes, arbeitsfähiges Team. Für unsere Verwaltung fielen im Jahr 2019 Ausgaben in Höhe von 60.054,16 Euro an (8 % der Gesamtkosten; 2018: 14% der Gesamtkosten).

Weitere Informationen

Der gemeinnützige Verein Bürgerbewegung Finanzwende e.V. wurde im Jahr 2018 gegründet und vom Amtsgericht Charlottenburg in das Register eingetragen (AZ VR 36803 B). Die Anschrift des Vereins ist:

Bürgerbewegung Finanzwende e.V.
Motzstraße 32
10777 Berlin

Die Einhaltung der satzungsmäßigen Voraussetzungen nach den §§ 51, 59, 60 und 61 AO wurde vom Finanzamt für Körperschaften I, Berlin StNr. 27/657/54843 F131 mit Bescheid vom 21.08.2018 nach § 60a AO gesondert festgestellt.

Die wichtigen Personen des Vereins in Name und Position sind:

Vorstand: Dr. Gerhard Schick
Aufsichtsratsmitglied / Sprecherin des Aufsichtsrats: Antje Schneeweiß
Aufsichtsratsmitglied / Stellv. Sprecherin des Aufsichtsrats: Claudia Rutt
Aufsichtsratsmitglied: Christoph Bautz
Aufsichtsratsmitglied: Tim Göbel
Aufsichtsratsmitglied: Prof. Dr. Rainer Lenz

Personal:

Ende 2019 waren neben dem Vorstand fünf Mitarbeitende in Vollzeit und vier Mitarbeitende in Teilzeit beschäftigt.