Standpunkt: Was sich Banken sparen sollten

Teambild Michael Verbraucherschutz
28.10.2022
Michael Möller

Michael Möller arbeitet bei Finanzwende an Themen rund um den Verbraucherschutz mit einem besonderen Fokus auf Geldanlagen und Kredite. Er studierte Philosophie, Volkswirtschaftslehre und Politische Theorie und war als Politikberater mit finanzpolitischem Fokus in Berlin tätig.

Zum Weltspartag sollten Banken und Sparkassen kritisch auf sich selbst schauen, statt nur das Geldsparmantra hochzuhalten. Vor allem sollten sie sich miese Geschäftspraktiken in der Zukunft sparen!

Am 28. Oktober ist zum 97. Mal Weltspartag. Ziel war laut Sparkassen-Website seit jeher, Menschen „für den Umgang mit Geld zu sensibilisieren“ . Das Geld zur Bank tragen, heißt das im Klartext. Zum Weltspartag sagen also die Banken den Kundinnen: Sparen und das Geld zu uns, bitte.  

Doch in der aktuellen Krise können viele kaum ihre Rechnungen bezahlen – von Sparen ganz zu schweigen. Zumal das Verhalten vieler Geldhäuser – etwa bei den Gebühren – die Lage der Kunden noch verschärft. Zum Weltspartag drehen wir jetzt mal den Spieß um und sagen den Banken, was sie sich sparen können. 

Gerade in Krisenzeiten solltet Ihr Euch einige schlechte Gewohnheiten sparen. 

Liebe Banken und Sparkassen, Schluss mit den miesen Geschäftspraktiken! Ob beim Dispozins, der Restschuldversicherung oder dem Prämiensparen: Gerade in Krisenzeiten solltet Ihr Euch einige schlechte Gewohnheiten sparen. 

Spart es Euch, den Dispozins jetzt anzuheben!

Bei rasant steigenden Preisen drohen viele Menschen aktuell unverschuldet in den Dispo zu rutschen. Das Niveau der Dispozinsen war schon vor der Zinswende oft zu hoch

Nun steigen die Zinsen wieder. Auch der Dispozins klettert im Schnitt auf über zehn Prozent. Das ist zu viel. Stattdessen solltet Ihr Euren Kundinnen auf breiter Front entgegenkommen. Das heißt: Dispozins runter, nicht rauf!

Spart Euch die versteckten Gebühren bei Restschuldversicherungen!

Diese sichern Euch vor dem Risiko des Kreditausfalls ab, aber zahlen müssen die Kreditnehmer. Was für Euch höchst lukrativ ist, ist für Kundinnen oft überflüssig und teuer. 

Wie teuer genau, können Verbraucher in der Regel kaum nachvollziehen. Die Kreditkosten weist Ihr zu Vergleichszwecken im effektiven Jahreszins aus – wobei Ihr die Versicherungskosten zumeist geflissentlich auslasst. So können Eure Kundinnen kaum erkennen, wie teuer ihr Kredit wirklich wird. Faire und transparente Geschäfte gehen anders. 

Spart Euch das ewige Herumlavieren bei Prämiensparverträgen!

Hier hatten zahlreiche Sparkassen unter Euch jahrelang zu wenig Zinsen an Sparer ausgezahlt. Nun spielen viele Institute auf Zeit, damit die Ansprüche der Kundinnen verjähren. Solche Partner kann in der Krise wirklich niemand brauchen. 

Der Weltspartag ist ein guter Moment, um Menschen für den Umgang mit Geld zu sensibilisieren. Leider ist es in dem Zuge auch nötig, Banken und Sparkassen für einen fairen Umgang mit ihren Kunden zu sensibilisieren.