Wie wir arbeiten

Lösungen entwickeln, informieren, mobilisieren – unabhängig und überparteilich

19.08.2026
Tausend Krisen später: 15 Jahre Lehman-Pleite

Seit unserer Gründung im Jahr 2018 arbeiten wir daran, die Finanzmärkte nachhaltiger, gerechter und stabiler zu machen. Wie wir das machen, erfahren Sie hier.

Kampagnen und Petitionen

Mit unseren Kampagnen und Petitionen bündeln wir die Kräfte der Bürger*innen:

  • Gemeinsam mit über 300.000 Menschen haben wir dafür gesorgt, dass Beweise, die die Beteiligung an CumCum-Geschäften belegen könnten, nicht mehr vernichtet werden dürfen. Ein wichtiger Erfolg unseres Protests – denn so gewinnen Bund und Länder wertvolle Zeit für die Aufarbeitung des CumCum-Skandals. Doch Zeit allein bringt die Steuermilliarden noch nicht zurück, deshalb machen wir weiter Druck.
  • Mehr als 220.000 Menschen fordern mit uns eine gerechte Erbschaftsteuer. Während Menschen mit kleineren Erbschaften Steuern zahlen, können viele Milliardärsfamilien ihr Vermögen fast steuerfrei weitergeben. Wir stellen uns gemeinsam gegen diese Ausnahmen für Milliardär*innen. Mit Erfolg: Die Debatte um die Erbschaftsteuer wird lauter, der öffentliche Druck wächst. Wir tragen dazu bei, die Mythen rund um die Erbschaftsteuer zu entlarven und echte Reformen wieder auf die Agenda zu bringen. 
  • Zusammen mit mehr als 150.000 Unterstützer*innen fordern wir, dass Europa beim Bezahlen unabhängig werden muss. Wir zahlen täglich mit Karte oder Handy – möglich machen das oft Visa, Mastercard und PayPal. Das sind allesamt US-amerikanische Unternehmen und mit diesen nicht-europäischen Zahlungsdienstleistern machen wir uns extrem abhängig. Alternative europaweite Zahlungssysteme sind längst überfällig. 
  • Von 2023 bis 2026 forderten wir gemeinsam mit mehr als 400.000 Menschen, dass der Schufa-Score für Verbraucher*innen nachvollziehbar sein muss und die Schufa ihrem Plan, an die Kontoinformationen Dritter zu gelangen, eine klare Absage erteilen muss. Der jahrelange Einsatz hat sich gelohnt. Gemeinsam mit unseren Unterstützer*innen, anderen Organisationen und mithilfe von Gerichtsurteilen hat Finanzwende einen wichtigen Teilerfolg für Verbraucher*innen eingefahren: 2026 führte die Schufa endlich einen neuen und transparenteren Score ein. 

Zur Übersicht der aktuellen Petitionen


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Recherchen und Studien

Mit unseren Recherchen und Studien nehmen wir direkten Einfluss, zum Beispiel:

  • Mit unserer jährlichen Auswertung des Lobbyregisters machen wir sichtbar, was die Finanzlobby tut und mit welchen Mitteln sie ihre Interessen durchsetzt. Die Finanzlobby richtet immer wieder gewaltige Schäden für Verbraucher*innen und Steuerzahlende an. Doch ein Großteil der Lobbyarbeit bleibt trotz Lobbyregister immer noch unter dem Radar. Deswegen fordern wir noch mehr Transparenz.
  • Neben der jährlichen Auswertung des Lobbyregisters werfen unsere Recherchen weitere Schlaglichter auf die Tätigkeiten der Finanzlobby: Wir haben uns unter anderem angeschaut, wie die Bankenlobby gegen den digitalen Euro kämpft oder wie hartnäckig Deutsche Bank und Co. bei der Bundesregierung dafür lobbyieren, ihnen mehr als 2 Milliarden Euro zu schenken.
  • Anfang 2026 haben wir Riester- und Rürup-Renten untersucht und festgestellt, dass Versicherte mit sehr vielen Produkten reale Verluste einfahren. Mit unserer Studie konnten wir einmal mehr zeigen, dass die Angebote zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge zu kompliziert, teuer und renditeschwach sind. Seit vielen Jahren setzen wir uns deshalb für ein einfaches, kostengünstiges und staatlich organisiertes Standardprodukt ein. Kurz nach der Veröffentlichung der Studie beschloss die Bundesregierung im Frühling 2026 im Rahmen der Riester-Reform, dass es neben privaten Angeboten künftig endlich eine öffentlich organisierte Lösung geben soll. Das ist auch ein Erfolg für Finanzwende. 
  • 2025 und 2026 machten wir mit Gutachten die Missstände bei offenen Immobilienfonds öffentlich. Wir konnten zeigen, wie Risiken systematisch kleingerechnet und Kund*innen benachteiligt werden. Die starke Resonanz in den Medien zeigt: Wir haben das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Jetzt müssen Konsequenzen folgen. Mittlerweile setzt sich auch die Finanzaufsicht Bafin dafür ein, die umstrittene Risikoeinstufung offener Immobilienfonds zu überarbeiten. 
  • Mit einer Auswertung deckte Finanzwende 2023 auf: Die Deutsche-Bank-Tochter DWS ist Spitzenreiterin im Greenwashing. Sie hat mit ihren „nachhaltigen“ Fonds allein im Jahr 2022 Aktien fossiler Unternehmen im Wert von über 850 Millionen US-Dollar zugekauft – mehr als bei allen anderen untersuchten Fonds. Und das, obwohl die DWS in ihrer Werbung suggeriert, dass man mit Investments in ihre Fonds Gutes für Umwelt und Gesellschaft bewirken kann. 

Öffentlichkeitswirksame Aktionen

Mit unseren Aktionen lenken wir die öffentliche Aufmerksamkeit auf wichtige finanzpolitische Themen, um Druck auf die Entscheidungsträger*innen auszuüben. 

  • Im Mai 2026 veröffentlichten wir den Kurzfilm „Mythos Familienunternehmen – Wie die Lobby der Milliardäre uns manipuliert“. Der Film zeigt, wie es hinter den Kulissen der Lobby des großen Geldes aussieht: Gesellschafter*innen aus dem Umfeld der Stiftung Familienunternehmen und Politik gewähren erstmals – anonym – Einblick. Sie berichten, wie die Organisation arbeitet, welches Image sie nutzt und warum selbst Menschen aus reichen Unternehmerfamilien diese Form der Einflussnahme kritisch sehen. Die 20 Minuten zeigen: Die Debatte um die Erbschaftsteuer ist keine abstrakte Steuerfrage. Es geht um Gerechtigkeit, Demokratie und darum, wie man in Deutschland durch Vermögen politischen Einfluss erhält.
  • CumEx-Geschäfte stehen für den größten Steuerraub der deutschen Geschichte. Dass wir heute über CumEx so viel wissen, verdanken wir vor allem dem Wirtschaftsanwalt Eckart Seith. Doch anstatt für seinen Mut und seine Aufklärung gefeiert zu werden, musste sich Seith ab 2019 in der Schweiz selbst vor Gericht verantworten – wegen angeblicher Gesetzesverstöße. Deswegen protestiert Finanzwende seit der Gründung im Jahr 2018 immer wieder gegen die Anklage und für Solidarität mit Eckart Seith – so auch Ende 2024 gemeinsam mit Transparency International Deutschland vor dem Obergericht in Zürich. Nach einem langen Hin und Her wurde der Prozess Ende 2024 eingestellt.
  • Gemeinsam mit dem Bund der Versicherten und dem Verbraucherzentrale Bundesverband haben wir vor dem Bundeskanzleramt zu einem Stopp der Riester-Rente aufgerufen. Es braucht einen Neustart für eine kostengünstige Zusatzvorsorge, die Riester-Rente ist gescheitert.

Kooperationen

Wir arbeiten mit vielen Akteur*innen zusammen, um Synergien zu nutzen und unsere Schlagkraft gemeinsam zu verstärken.

Unsere Kooperationspartner*innen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ist ein Zusammenschluss von konventionell und ökologisch wirtschaftenden Bauernhöfen, die gemeinsam für eine zukunftsfähige sozial- und umweltverträgliche Landwirtschaft, sowie für entsprechende politische Rahmenbedingungen eintreten. Gemeinsam mit der AbL, ver.di und dem Deutschen Mieterbund (DMB) hat Finanzwende 2025 unter dem Motto „Unser Leben, ihr Profit“ eine Protestaktion bei der „SuperReturn“-Konferenz veranstaltet. 

Der Bund der Versicherten e. V. ist eine gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation, die für die Rechte von Verbraucher*innen im Versicherungswesen eintritt. Mit rund 45.000 Mitgliedern bildet sie ein Gegengewicht zur Versicherungslobby. Gemeinsam mit vzbv und BdV hat Finanzwende im Mai 2021 eine Verbraucherallianz gebildet, die in einer Petition den Stopp der Riester-Rente fordert.

Mit Campact streiten über zwei Millionen Menschen für progressive Politik. Die Organisation ist bekannt für Online-Appelle und große Demonstrationen – aber auch für lokale Aktionen, die für Aufsehen sorgen. Gemeinsam mit dem Umweltinstitut München e.V. und Campact haben wir im Mai 2020 an die Bundesregierung appelliert: Keine Staatshilfen für Steuertrickser und Klimasünder! In einer gemeinsamen Protestaktion vor dem Kanzleramt haben wir außerdem die Lufthansa-Rettung kritisiert. Eine Studie im Auftrag von Finanzwende hatte gezeigt, dass das Unternehmen sehr wahrscheinlich Gewinne in Schattenfinanzzentren verschiebt. Im Januar 2022 starteten wir gemeinsam mit Campact und weiteren Organisationen die Petition Kein Geld für Atom und Gas! Von 2023 bis 2026 lief die gemeinsame Petition Schufa: Finger weg von meinem Konto!

Finanzwende nutzt zudem regelmäßig WeAct, die Petitionsplattform von Campact. Das gilt für die Petitionen „CumCum-Milliarden: Schredderpläne stoppen!“, „CumCum-Milliarden: Zeit ist Steuergeld“ und „Unabhängigkeit von Trump und Co.? Unbezahlbar!“. 

Der Deutsche Mieterbund e. V. (DMB) ist die Dachorganisation für mehr als 300 örtliche Mietervereine in Deutschland. Er ist die politische Interessenvertretung aller Mieter*innen in Deutschland. Gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und ver.di hat Finanzwende 2025 unter dem Motto „Unser Leben, ihr Profit“ eine Protestaktion bei der „SuperReturn“-Konferenz veranstaltet. 

Jede Person hat das Recht auf Informationen aus Politik und Verwaltung. Das „Portal für die Informationsfreiheit“ hilft Bürger*innen dabei, ihr Recht durchzusetzen. Gemeinsam mit FragDenStaat haben wir den Coronahilfen-Tracker entworfen, der alle großen Coronahilfen des Staates listet. Darüber hinaus gibt der Coronahilfen-Tracker auch Informationen zu den begünstigten Unternehmen und schafft so Transparenz, wer von unseren Steuergeldern profitiert. Außerdem haben wir eine erfolgreiche Klage von FragDenStaat unterstützt, mit der die Versorgungsanstalt des Bundes (VBL) zu mehr Transparenz in Sachen Nachhaltigkeit verpflichtet wurde.

Der Geldratgeber Finanztip bietet über 1.000 Online-Ratgeber und einen kostenlosen wöchentlichen Newsletter mit 850.000 Abonnent*innen. Mit konkreten Tipps und Musterschreiben soll den Leser*innen ihr Verbraucheralltag erleichtert werden. Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Sachsen und dem Geldratgeber Finanztip haben wir im Januar 2022 an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) appelliert: Sparkassen: Zahlt die Zinsen! 

Das Netzwerk Steuergerechtigkeit arbeitet seit Jahren zu Steuerfragen und der wachsenden Ungleichheit. Gemeinsam mit dem Netzwerk Steuergerechtigkeit und taxmenow fordern wir die Abschaffung von Privilegien für Milliardärsfamilien bei der Erbschaftsteuer.

taxmenow widerlegt als Initiative von Millionär*innen, dass höhere Steuern nur die fordern, die sie nicht zahlen müssen. Gemeinsam mit taxmenow und dem Netzwerk Steuergerechtigkeit fordern wir die Abschaffung von Privilegien für Milliardärsfamilien bei der Erbschaftsteuer.

Transparency International Deutschland e.V. arbeitet deutschlandweit an einer effektiven und nachhaltigen Bekämpfung und Eindämmung der Korruption. Gemeinsam mit Transparency International Deutschland hat Finanzwende 2024 in Zürich für Solidarität mit Seith demonstriert und einen Freispruch für den Whistleblower gefordert.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist die zweitgrößte Gewerkschaft Deutschlands. Gemeinsam mit ver.di, dem Deutschen Mieterbund (DMB) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat Finanzwende 2025 unter dem Motto „Unser Leben, ihr Profit“ eine Protestaktion bei der „SuperReturn“-Konferenz veranstaltet. 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband bündelt als Dachverband die Kräfte der 16 Verbraucherzentralen in den Bundesländern sowie weiterer 28 verbraucherpolitischer Organisationen. Gemeinsam mit vzbv und BdV hat Finanzwende im Mai 2021 eine Verbraucherallianz gebildet, die in einer Petition den Stopp der Riester-Rente fordert.

Die Verbraucherzentrale NRW klärt insbesondere nordrhein-westfälische Verbraucher*innen über Fallstricke auf und bietet unter anderem in Form von individuellen Beratungen Unterstützung an. Die Verbraucherzentrale NRW geht gemeinsam mit der Bürgerbewegung Finanzwende juristisch gegen die Zurich Lebensversicherung gegen unzulässige Riester-Rentenkürzungen vor.

Die Verbraucherzentrale Sachsen klärt insbesondere sächsische Verbraucher*innen über Fallstricke auf und bietet unter anderem in Form von individuellen Beratungen Unterstützung an. Beim Thema Prämiensparen steht die Verbraucherzentrale an der Spitze der juristischen Auseinandersetzung mit Sparkassen. Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Sachsen und dem Geldratgeber Finanztip haben wir im Januar 2022 an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) appelliert: Sparkassen: Zahlt die Zinsen!