Die Marktmacht von BlackRock

Wie ein zu mächtiger Finanzkonzern das Geschehen der globalen Wirtschaft mitbestimmt

30.03.2026
  • Mit über 14 Billionen US-Dollar ist BlackRock der größte Vermögensverwalter der Welt.
  • BlackRock kann den wirtschaftlichen Wettbewerb bremsen; dem Konzern kommt eine gefährliche Systemrelevanz zu; und es gibt massive Interessenkonflikte.
  • Um BlackRocks Marktmacht zu reduzieren, bedarf es unter anderem einer Entflechtung des Unternehmens.

Mit einem verwalteten Vermögen von über 14 Billionen US-Dollar bestimmt der Finanzriese BlackRock das Geschehen der globalen Wirtschaft extrem mit. Das vom Konzern verwaltete Geld übersteigt das gesamte Geldvermögen der deutschen Bevölkerung.

Der Großteil dieses Vermögens liegt dabei in passiven Investments, sogenannten „Exchange-Traded Funds“ (ETFs), die bestehende Indizes nachzeichnen. Mit seiner Marke iShares stellt BlackRock 28 Prozent des weltweiten ETF-Angebots und kontrolliert zusammen mit den Konkurrenten Vanguard and State Street rund 60 Prozent des globalen ETF-Markts.

BlackRock dominiert nicht nur im passiven Investmentgeschäft, sondern weist auch ein beeindruckendes aktives Geschäft auf. 2024 wies das Unternehmen 2,9 Billionen US-Dollar an aktiv gemanagten Vermögenswerten aus.

Aus der enormen Marktmacht ergeben sich drei grundlegende Probleme.


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Problem 1: BlackRock kann den Wettbewerb bremsen

Durch sein verwaltetes Vermögen ist BlackRock bei zahllosen Unternehmen ein wichtiger Eigentümer, oft sogar der größte. Besonders problematisch wird diese Marktmacht, wenn BlackRock die Unternehmensstrategie konkurrierender Firmen mitbestimmt.

Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass der gleichzeitige Aktienbesitz verschiedener Marktakteure den Wettbewerb hemmen kann. Vermögensverwalter wie BlackRock haben ein größeres Interesse daran, dass es der ganzen Branche gut geht, als dass ein einzelner Konzern Marktanteile gegenüber anderen gewinnt. Den Preis dafür würden dann die Kund*innen in der Form von teureren Flugtickets, höheren Bankkontogebühren und weniger zugänglichen Pharmaprodukten zahlen.

Problem 2: BlackRock ist „Too Big to Fail“

Die Marktmacht von BlackRock beruht auch auf dem Datenanalysesystem „Aladdin“. Die Software ist weltweit führend im Portfoliomanagement. Schätzungen zufolge laufen rund 10 Prozent des globalen Vermögens über die Systeme von BlackRock. Die branchenweite Nutzung kann nicht nur gefährliches Herdenverhalten verstärken, es macht das Finanzsystem auch abhängig von BlackRock.

Derartige Abhängigkeiten sind für Steuerzahler*innen gefährlich. Dies sollte uns spätestens seit der Finanzkrise 2008 schmerzlich bewusst sein. Die Sorge ist, dass BlackRock Profite macht, wenn alles gut läuft und im Fall einer Krise die Kosten auf die Gesellschaft abwälzt.

Video: Die Marktmacht von Blackrock

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Problem 3: BlackRock hat tiefgreifende Interessenkonflikte

Eine weitere Folge von BlackRocks Marktmacht sind Interessenkonflikte, die sich aus Überlappungen unterschiedlicher Geschäftsfelder ergeben. BlackRock ist am Finanzmarkt in so vielen verschiedenen Funktionen aktiv, ob als passiver und aktiver Investor, als IT-Anbieter oder Berater, dass der Konzern diese Bereiche kaum glaubwürdig trennen kann.

Problematisch wird es insbesondere dann, wenn BlackRock Berater der öffentlichen Hand ist. Dadurch erhält der Konzern vertrauliche Einsichten in die Arbeit von Behörden. Teils entwickelt BlackRock sogar Regelungen mit, von denen der Finanzgigant dann selbst betroffen ist.

Wie problematisch dies sein kann, zeigte sich deutlich in der Eurokrise. Bei den Bankenrettungen in Griechenland, Irland und Zypern wurde BlackRock von Regierungen mit der Prüfung von Bankbilanzen beauftragt. Dadurch erhielt das Unternehmen Zugang zu sensiblen Informationen. Später kaufte BlackRock Schuldtitel der geretteten Banken mit hohem Abschlag.

Die Politik muss handeln

BlackRock zeigt, wie sich wirtschaftliche und finanzielle Macht verselbstständigen, bis sie kein Staat mehr kontrollieren kann. Im Ergebnis bleiben die Interessen von Bürger*innen oft auf der Strecke, weil sie den Profitinteressen von BlackRock entgegenstehen. Es gibt also viel zu tun, um die Macht von BlackRock wieder unter Kontrolle zu bringen.

Aus Sicht von Finanzwende bedarf es einer Zerschlagung des Unternehmens in mindestens zwei Teile. Das Datenanalysesystem Aladdin muss vom Fondsgeschäft abgetrennt werden. Bisher sieht das Wettbewerbsrecht in Europa eine solche Zerschlagung nicht klar vor. In einem Bündnis mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen fordern wir deshalb, dass sich dies ändert.

Für die ausführliche Analyse hier weiterlesen.