Finanzwende-Report: Die Akte BaFin

Zu mutlos, zu langsam, zu formal

07.11.2019
  • Finanzwende hat einen umfassenden Report über die Finanzaufsichtsbehörde BaFin ausgearbeitet.
  • Die Behörde spielt für den Alltag von Versicherten und Bankkunden eine zentrale Rolle. Doch trotz dieser Tatsache und vieler Skandale ist die Behörde selten ein Thema in der Öffentlichkeit.
  • Finanzwende fordert eine mutigere und transparentere Aufsichtsbehörde, die vor Tatkraft strotzt.

BaFin - genauer: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Vielen mag der Name nichts sagen. Am deutschen Finanzmarkt ist die BaFin aber unstrittig die graue Eminenz: oft im Hintergrund, aber immer präsent. Es geht um eine Superbehörde mit 2700 Mitarbeitern, die hierzulande mehr als 1500 Kreditinstitute, 6100 inländische Fonds, 400 Kapitalverwaltungsgesellschaften und rund 550 Versicherer beaufsichtigt. Damit spielt die BaFin eine wichtige Rolle im Leben fast aller Bürger, die schließlich auch Bankkundinnen, Anleger oder Versicherte sind.

Ob Finanzkrise, P&R oder CumEx -  häufig fragte man sich im Anschluss: Wo war eigentlich die Finanzaufsichtsbehörde BaFin? Dennoch ist die BaFin hierzulande selten ein Thema, aus Sicht der Bürgerbewegung Finanzwende zu selten. Anlass genug, um einmal genauer hinzusehen.

In vielen Aufsichtsbereichen bleibt die BaFin hinter ihren Möglichkeiten zurück, wie der Report von Finanzwende anhand von Beispielen belegt. Gerade beim Thema Verbraucherschutz ist die Behörde schlecht aufgestellt. Im Einzelfall kann man immer sagen, dass eine Aufsicht nicht alles verhindern kann. Aber in der Summe der Betrugsfälle und Skandale - insbesondere am grauen Kapitalmarkt - muss man von Aufsichtsversagen sprechen. Auch im Vergleich mit den Aufsichtsbehörden in anderen Ländern fällt auf, dass es bei der BaFin noch Luft nach oben gibt.

Deshalb fordert Finanzwende unter anderem, dass die BaFin transparenter gegenüber der Öffentlichkeit wird. Sie darf sich nicht länger hinter Paragrafen verstecken und damit rechtfertigen, was alles nicht geht. Vielmehr sollte sie ihr Mandat zum Schutz der Verbraucher ernster nehmen. Dies hatten wir bereits im Rahmen unserer Kampagne zu P&R zusammen mit mehr als 3.000 Menschen eingefordert. Die BaFin sollte auch ihre Kompetenzen und das Know-how ihrer Mitarbeiterinnen stärker nutzen. Nur so kann der Finanzmarkt fairer und sauberer werden.

Die Akte BaFin zum Download