Rekordwachstum 2024: Bürgerbewegung Finanzwende feiert bisher erfolgreichstes Jahr

13.08.2025

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bürgerbewegung Finanzwende ist im Kalenderjahr 2024 stärker gewachsen als je zuvor. Ende des vergangenen Jahres zählte Finanzwende 13.343 Fördermitglieder, ein Anstieg von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Das Wort ‚Bürgerbewegung‘ in unserem Namen ist mit jedem Tag mehr gelebte Realität“, sagt Finanzwende-Gründer und -Vorstand Gerhard Schick. „Unser Ziel war es immer, etwas aufzubauen, das es mit der enormen Macht der Finanzlobby aufnehmen kann. 2024 sind wir diesem Ziel mit erfreulich großen Schritten näher gekommen."

Alle Zahlen und Fakten dokumentiert Finanzwende im gerade erschienenen Jahresbericht 2024, darunter eine Aufschlüsselung der Einnahmen und Ausgaben des Vereins. „2024 war ein wirklich außergewöhnliches Jahr für Finanzwende“, sagt Sascha Müller, der für Finanzen und Administration zuständige Vorstand. Das schlage sich auch abseits der Mitgliederzahlen im Wachstum des Vereins nieder: So lag die Zahl der Beschäftigten Ende 2024 zum Beispiel bei 34, seitdem sind es noch mehr geworden. „Mehr Fördermitglieder geben uns mehr Planungssicherheit – das bedeutet mehr Menschen, die auf unbefristeten Stellen für einen fairen Finanzmarkt streiten können. Steigende Unterstützung bedeutet für uns immer auch wachsende Schlagkraft.”

Besonders eine neue Mitarbeiterin verschaffte Finanzwende im Jahr 2024 große mediale Aufmerksamkeit und Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern: Im April kündigte die Kölner Oberstaatsanwältin und CumEx-Chefermittlerin Anne Brorhilker an, aus dem Staatsdienst auszuscheiden und zu der Berliner Bürgerbewegung zu wechseln. „Den Zuspruch, den Anne Brorhilker und Finanzwende seitdem erlebt haben, hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, sagt Schick. „Aber es zeigt, wie sehr den Menschen Fragen von Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit unter den Nägeln brennen. Anne Brorhilker ist eine riesige Verstärkung für Finanzwende und wir freuen uns, als jetzt vierköpfiger Vorstand die Bürgerbewegung Finanzwende in den kommenden Jahren gemeinsam weiterzuentwickeln.” 

„Ich hatte natürlich gehofft, dass Menschen mich in meinem Wechsel zu Finanzwende unterstützen“, sagt Anne Brorhilker. Das Ausmaß an Unterstützung habe sie aber dennoch sehr positiv überrascht, so die Finanzwende-Vorständin, die auch den Bereich Finanzkriminalität leitet. In ihrer neuen Funktion hat Brorhilker seit ihrem Start im Juni 2024 mehrere Kampagnen angestoßen — allen voran gegen das Schreddergesetz der Ampel-Regierung, das unter dem Deckmantel des Abbaus von Bürokratie eine legale Vernichtung von Beweismitteln für illegale CumCum-Geschäfte ermöglicht hätte. 

Der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Im August dieses Jahres beschloss das Kabinett, das Schreddergesetz zu korrigieren und die Verjährungsfristen für typische Cum-Cum-Akteure wieder zu verlängern. „Diese Entscheidung ist ein Etappensieg für die CumCum-Aufklärung. Doch es müssen weitere Schritte folgen“, erklärt Brorhilker. „Mehr Zeit allein bringt die entgangenen Steuermilliarden nicht zurück. Jetzt liegt es an Herr Klingbeil und den Landesfinanzministern, die Aufklärung und Rückforderung konsequent voranzutreiben.”

Ein besonderer Termin für Anne Brorhilker war 2024 der Prozess gegen den CumEx-Whistleblower Eckart Seith, den Finanzwende seit Jahren in seinem Kampf gegen die Mühlen der Schweizer Justiz begleitet. Im Dezember 2024 wurde der Prozess gegen ihn nach Jahren der Unsicherheit eingestellt. Die Schweizer Staatsanwaltschaft kann gegen diese Entscheidung allerdings noch Rechtsmittel einlegen.

2024 gelang es auch, den gefährlichen Einstieg von Finanzinvestoren in die Vermarktung der Fußball-Bundesliga der Männer abzuwehren und einen Deal der Liga mit dem Private-Equity-Investor CVC zu stoppen. „Kreativer, gut koordinierter und fachkundiger Protest von Bürgerinnen und Bürgern kann auch das ganz große Geld stoppen, das hat die Kampagne ,Keine Finanzinvestoren in der DFL” gezeigt’, sagt Daniel Mittler, der als Finanzwende-Vorstand die Bereiche Kampagne, Kommunikation und Fundraising verantwortet.

2024 setzte Finanzwende außerdem die Arbeit in weiteren zentralen Bereichen fort, etwa mit der Schufa-Kampagne im Bereich Verbraucherschutz, beim Kampf gegen Greenwashing, für eine bessere Regulierung von Banken, gegen Steuerprivilegien für Superreiche oder mit einem Protest gegen die Private-Equity-Konferenz „SuperReturn“ unter dem Motto „Deine Miete ist ihre Superrendite“.

Mehrere Finanzwende-Veröffentlichungen gab es über die Macht der Finanzlobby, unter anderem nahm Finanzwende die Lobbyarbeit der Sparkassen und des Europaabgeordneten Markus Ferber (CSU) unter die Lupe. „Die Finanzlobby ist nach wie vor extrem mächtig und braucht täglich jemanden, der ihnen auf die Finger schaut”, sagt Daniel Mittler. “Deswegen freuen wir uns über das Wachstum, das wir 2024 erreichen konnten und setzen den Aufbau des Gegengewichts zur Finanzlobby fort.” 

Anfang August 2025 zählte der Verein Bürgerbewegung Finanzwende bereits mehr als 15.000 Mitglieder.

Den vollständigen Jahresbericht können Sie hier herunterladen.

Über Finanzwende

Finanzwende ist ein überparteilicher Verein mit mehr als 15.000 Mitgliedern. Die unabhängige Interessenvertretung von und für Bürgerinnen und Bürger wurde im Jahr 2018 anlässlich des zehnten Jahrestages der Lehman-Brothers-Pleite gegründet. Als Gegengewicht zur Finanzlobby drängt sie auf stabilere, faire und nachhaltige Finanzmärkte. Durch Kampagnen und kritische Recherchen kämpft sie für ein gemeinsames Ziel: die Finanzwende – damit die Finanzwirtschaft den Menschen dient. https://www.finanzwende.de/ueber-uns/wer-wir-sind/