Finanzwende fordert Bankenaufsicht der BaFin auf, bei Klimarisiken endlich die Krallen auszufahren – Protest bei Jahres-Pressekonferenz 12.05.2026 Sehr geehrte Damen und Herren, die Bürgerbewegung Finanzwende kritisiert den unzureichenden Umgang der Finanzaufsicht BaFin mit Nachhaltigkeitsrisiken bei Banken. „Der Klimawandel ist ein massives Stabilitätsrisiko für Banken und das Finanzsystem insgesamt”, sagte Chiara Arena, Referentin für Nachhaltigkeitsrisiken und Finanzaufsicht bei Finanzwende. „Die BaFin muss Nachhaltigkeitsfragen endlich Priorität geben. Nur so kann sie ihrem Auftrag, die Finanzstabilität in Deutschland zu wahren, gerecht werden.” Die BaFin habe den Risikofaktor Nachhaltigkeit schon vor Jahren erkannt und auch darüber gesprochen, so Arena – früher als viele andere nationale Aufsichtsbehörden. „Umso unverständlicher ist es, dass die BaFin nicht all ihre Macht nutzt, um endlich nachhaltige Veränderungen anzustoßen.” Grundlage der Finanzwende-Kritik ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Nachhaltigkeitsrisiken sind physische Risiken, zum Beispiel durch Naturkatastrophen, und Transitionsrisiken, die aus dem Umbau einer Volkswirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit entstehen. Geraten dadurch Unternehmen oder ganze Branchen in Schwierigkeiten, kann das auch Banken ins Wanken bringen. Wie die BaFin mit solchen Risiken umgeht, zeigt sich etwa beim Thema Personalkapazität: Von 26,6 Vollzeitäquivalenten (VZÄ), die bei der BaFin mit dem Thema ESG befasst sind, beschäftigen sich laut Bundesregierung nur 2,5 VZÄ mit ESG-Risiken in der Bankenaufsicht. „Das ist angesichts von weit mehr als 1.000 Kreditinstituten in Deutschland ein beunruhigend niedriger Wert”, sagt Chiara Arena. Gering ist auch die Zahl der Prüfungen mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt: So gab es 2025 den Angaben nach nur eine Prüfung mit Nachhaltigkeitsbezug, zwei Jahresabschlussprüfungen für 2025 stehen noch aus. 2024 waren es drei, 2026 sind vier geplant. Davon soll bei einer dieser Prüfung der Fokus nur auf ESG-Risiken liegen, während bei den anderen drei Prüfungen ESG-Risiken zusätzlich geprüft werden, als sogenanntes Add-on. Diese ESG-Add-ons wurden als Module für die generelle Prüfung des Risikomanagements entwickelt, sollen im Jahr 2026 aber nur bei 3 von den geplanten 95 Prüfungen verwendet werden. Generell bewertet Finanzwende die Weiterentwicklung der Methoden zur Prüfung von ESG-Risiken bei der BaFin positiv. Zu begrüßen sei auch, dass der Bereich Sustainable Finance bei der BaFin inzwischen ein eigenständiges Referat innerhalb der Organisationsstruktur ist. „Die BaFin hat es in der Hand, für einen umsichtigeren Umgang mit Klimarisiken zu sorgen - und damit unsere Wirtschaft resilienter zu machen. Jetzt ist der Moment, konsequent zu handeln, denn mit jedem Jahr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Klimakrise auch zur Finanzkrise wird”, sagt Chiara Arena. „Die Finanzaufsicht muss beim Thema Nachhaltigkeit endlich die Krallen ausfahren. Einen Papiertiger braucht niemand.” Über Finanzwende Die Bürgerbewegung Finanzwende ist ein überparteilicher Verein mit mehr als 20.000 Mitgliedern. Die unabhängige Interessenvertretung von und für Bürger*innen wurde im Jahr 2018 anlässlich des zehnten Jahrestages der Lehman-Brothers-Pleite gegründet. Als Gegengewicht zur Finanzlobby drängt sie auf stabilere, faire und nachhaltige Finanzmärkte. Durch Kampagnen und kritische Recherchen kämpft sie für ein gemeinsames Ziel: die Finanzwende – damit die Finanzwirtschaft den Menschen dient. https://www.finanzwende.de/ueber-uns/wer-wir-sind/ Tobias Hanraths Pressesprecher +49 160 929 81 855 presse@finanzwende.de