Goliath muss sich in Acht nehmen: Finanzwende so stark und unabhängig wie nie

19.08.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bürgerbewegung Finanzwende verzeichnete im vergangenen Jahr den stärksten Mitgliederzuwachs ihrer Geschichte: Ende 2025 unterstützten 19.277 Fördermitglieder die Organisation – so viele wie nie zuvor und fast 6.000 mehr als noch im Vorjahr. Das Wachstum setzt sich seitdem unvermindert fort; im Juli 2026 zählt Finanzwende bereits mehr als 23.000 Fördermitglieder. Das geht aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht 2025 hervor.

„Wir werden von Zehntausenden Bürgerinnen und Bürgern getragen. Die steigende Unterstützung stärkt unsere politische Schlagkraft und ermöglicht es uns, dort Druck aufzubauen, wo finanzstarke Lobbyinteressen über Jahrzehnte ungestört den Ton angeben konnten. Heute gelingt es uns immer häufiger, diese einseitige Dauerbeschallung zu durchbrechen und den Interessen der Allgemeinheit Gehör zu verschaffen“, sagt Daniel Mittler, Vorstand von Finanzwende.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in konkreten politischen Erfolgen wider. Nachdem Finanzwende auf die Bedeutung von Aufbewahrungsfristen für Rechnungen und Buchungsbelege hingewiesen hatte, wurde eine geplante Verkürzung der Fristen durch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wieder zurückgenommen. Die Dokumente können entscheidende Beweismittel sein, um komplexe Steuerbetrugsmodelle wie CumEx und CumCum aufzudecken.

„Dass ein Bundesfinanzminister einen Fehler korrigiert und dabei ausdrücklich Finanzwende für den Anstoß dankt, zeigt: Beharrliche Aufklärungsarbeit und öffentlicher Druck können politische Entscheidungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger verändern. Genau dafür treten wir an“, so Mittler.

Auch der im Juli 2026 von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig vorgelegte Aktionsplan gegen Steuer- und Finanzkriminalität zeigt, dass das Thema auf höchster politischer Ebene angekommen ist. Die wirksame Bekämpfung von Finanzkriminalität ist damit zur Chefsache geworden – ein Ziel, für das Finanzwende seit Jahren arbeitet.

Neben politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern erreichte die Organisation mit dem Thema CumEx auch ein breites Publikum: Das Buch „Cum/Ex, Milliarden und Moral“ der Finanzwende-Vorständin Anne Brorhilker, das im November erschien, stieg direkt auf der SPIEGEL-Bestsellerliste ein und hielt sich dort mehr als ein halbes Jahr. Die bundesweiten Lesungen und Veranstaltungen lockten zahlreiche Zuhörende an: Allein zur Buchpremiere in der Berliner Urania erschienen mehr als 800 Menschen.

Die steigende Zahl der Fördermitglieder verleiht der Organisation aber nicht nur mehr politische Schlagkraft, sondern auch die nötige Planungssicherheit für weiteres Wachstum. So stieg die Zahl der Mitarbeitenden 2025 auf 46. Besonders eine Personalie sorgte für Aufmerksamkeit: Ende 2025 kam Kevin Kühnert als Bereichsleiter für Steuern, Verteilung und Lobbyismus zu Finanzwende.

„Unser Ziel war immer, Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen zusammenzubringen, um eine schlagkräftige Bürgerbewegung aufzubauen. Mit Kevin Kühnert konnten wir jemanden für unsere Organisation gewinnen, der unsere überparteiliche und unabhängige Arbeit mit seiner Expertise hervorragend ergänzt“, erklärt Mittler.

Dass diese Arbeit weiterhin notwendig ist, zeigen die aktuellen Auswertungen von Finanzwende zum Lobbyregister. Bereits zum dritten Mal untersuchte die Organisation 2025 den Einfluss der Finanzlobby auf die Bundespolitik. Das Ergebnis: Allein die zehn größten Akteure der Finanzlobby beschäftigen 442 Lobbyistinnen und Lobbyisten – fast zehn für jedes Mitglied des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages.

„Die Finanzlobby verfügt noch immer über gewaltige finanzielle Ressourcen und privilegierten Zugang zur Politik. Unsere Arbeit bleibt ein klassischer Kampf von David gegen Goliath. Aber David ist gewachsen – und wächst weiter. Hinter Finanzwende stehen heute mehr als 23.000 Menschen, die sich ein Finanzsystem wünschen, das den Interessen der Gemeinschaft dient, nicht den Partikularinteressen einiger weniger. Goliath muss sich deshalb in Acht nehmen. Denn wir sorgen dafür, dass die Finanzlobby ihre Interessen nicht länger im Verborgenen durchsetzen kann, sondern einer starken und unabhängigen Bürgerbewegung gegenübersteht“, sagt Mittler. 

Neben den Schwerpunkten Finanzkriminalität und Lobbyismus setzte Finanzwende 2025 zahlreiche weitere Projekte um. Dazu gehörten unter anderem eine Petition gegen die verfassungswidrigen Steuerprivilegien für Milliardärsfamilien bei der Erbschaftsteuer, Recherchen zum kundenschädlichen Verhalten der Sparkassen sowie zu den unterschätzten Risiken offener Immobilienfonds. Gemeinsam mit Bündnispartnern wie ver.di, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Deutschen Mieterbund (DMB) protestierte Finanzwende zudem unter dem Motto „Unser Leben, ihr Profit“ vor der Private-Equity-Konferenz „SuperReturn International“ gegen das Eindringen von Finanzinvestoren in Bereiche der Daseinsvorsorge.

Den vollständigen Jahresbericht mit weiteren Informationen zum Geschäftsjahr 2025 finden Sie hier: https://www.finanzwende.de/ueber-uns/transparenz-und-finanzierung/jahresberichte/finanzwende-jahresbericht-2025 

Über Finanzwende

Finanzwende ist ein überparteilicher Verein mit mehr als 23.000 Mitgliedern. Die unabhängige Interessenvertretung von und für Bürgerinnen und Bürger wurde im Jahr 2018 anlässlich des zehnten Jahrestages der Lehman-Brothers-Pleite gegründet. Als Gegengewicht zur Finanzlobby drängt sie auf stabilere, faire und nachhaltige Finanzmärkte. Durch Kampagnen und kritische Recherchen kämpft sie für ein gemeinsames Ziel: die Finanzwende – damit die Finanzwirtschaft den Menschen dient. https://www.finanzwende.de/ueber-uns/wer-wir-sind/