Standpunkt: Krypto europäisch beaufsichtigen! 06.11.2025 Michael Peters Michael Peters leitet bei Finanzwende den Bereich Finanzsystem und Realwirtschaft. Er hat Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Makroökonomie und Finanzpolitik studiert. Danach hat er an der Schnittstelle von Digitalisierung, Transparenz und öffentlichen Finanzen gearbeitet. Der rasante Aufschwung des Kryptomarkts stellt Finanzaufsichtsbehörden vor eine neue Herausforderung. Um die Finanzstabilität zu sichern brauchen wir eine starke europäische Aufsicht. Denn ausgerechnet der risikoreiche Kryptomarkt wird nicht auf EU-Ebene, sondern national beaufsichtigt. Das ermöglicht Regulierungslücken, die Risiken verstärken. Eine europäische Aufsicht könnte den Kryptosektor einheitlich regulieren und für systemweite Finanzstabilität einstehen. Einheitliche EU-Regeln für Krypto-Dienstleister sind im Juni 2024 mit der MiCA-Verordnung bereits in Kraft getreten. Doch die EU-Aufsicht ESMA (European Securities and Markets Authority) koordiniert nur die nationalen Aufsichtsbehörden und gibt lediglich Leitlinien vor. Das bedeutet im Umkehrschluss: In 27 Ländern bauen 27 nationale Aufsichtsbehörden eigene Kompetenzen auf und setzen EU-Regeln um. Wichtige Bereiche wie das Leihen und Verleihen von Kryptowerten sind sogar ausgenommen von dem europäischen Regelungsansatz. Sie werden ausschließlich national geregelt.Bei diesem Flickenteppich können sich Krypto-Dienstleister gezielt jene Regulierungsbehörden aussuchen, die besonders lax prüfen.Bei diesem Flickenteppich können sich Krypto-Dienstleister gezielt jene Regulierungsbehörden aussuchen, die besonders lax prüfen. Denn ist ein Krypto-Dienstleister zum Beispiel in Malta lizensiert, kann dieser in der ganzen EU agieren. Auch wenn die maltesische Krypto-Aufsicht erst kürzlich einen Rüffel von der ESMA bekommen hat. Die EU treibt aktuell die Europäisierung der Kapitalmarktaufsicht voran. Der Gedanke dahinter: Kapitalmärkte sind europäisch und müssen auch so beaufsichtigt werden. Das ist ein guter Plan und die perfekte Gelegenheit auch die Krypto-Aufsicht europäisch zu gestalten. Medienberichten zufolge blockiert ausgerechnet die deutsche Bundesregierung eine europäische Krypto-Aufsicht.Dabei sind die Risiken, die vom Kryptosektor ausgehen, in den letzten Jahren enorm gestiegen.Dabei sind die Risiken, die vom Kryptosektor ausgehen, in den letzten Jahren enorm gestiegen. Der Pro-Krypto-Kurs unter US-Präsident Trump sorgte für rasantes Wachstum und begünstigte die zunehmende Verbreitung von Stablecoins. Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken warnt deshalb eindringlich vor systemischen Finanzstabilitätsrisiken. Zeitgleich gelangen immer mehr schwankungsanfällige Kryptowerte in etablierte Finanzsektoren. Selbst die Sparkassen wollen ihren Kunden ab 2026 den Handel mit Kryptowerten ermöglichen. Zudem gibt es börsennotierte Unternehmen, deren gesamtes Geschäftsmodell ausschließlich darin besteht, schuldenfinanziert Kryptowerte wie Bitcoins zu erwerben. Damit können auch Akteure wie Pensionsfonds oder Versicherungen in Krypto investieren – obwohl deren Anlagerichtlinien das stark einschränken. Wird die Aufsicht auf europäischer Ebene bei der ESMA gebündelt, können Risiken aus dem Kryptosektor besser erkannt werden. Eine europäische Krypto-Aufsicht könnte einheitliche Regeln schaffen, Bürokratie reduzieren und Aufsichtsprozesse effizienter gestalten. Die Bundesregierung muss ihre Blockadehaltung dringend überdenken! Stabiles Finanzsystem jetzt! Die Pleite der Silicon Valley Bank, Turbulenzen bei Credit Suisse und Kursverluste bei deutschen Banken haben gezeigt, wie krisenanfällig unser Finanzsystem 15 Jahre nach der Finanzkrise noch ist – und wie gering das Vertrauen in seine Stabilität. Mehr erfahren Finanzwende Standpunkte Kommentare, Meinungen und Forderungen von der Bürgerbewegung Finanzwende zu Themen, die die Finanzwelt aktuell bewegen. Weitere Standpunkte
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